Wasserprojekt

Nepal ist eines der wasserreichsten Länder der Erde. Die viermonatige Regenzeit von Juni bis September und das mediterrane Klima im Winter stellen genügend Wasser zu Verfügung. Günstige geologische Bedingungen und der Reichtum an Vegetation helfen, die Wasserbestände zu halten, sodass die meisten Bergregionen mit ausreichend natürlichen Wasserquellen versorgt sind. Nur in den heißesten Monaten Mai und Juni gibt es weniger Wasser.
Das Hauptproblem ist das Trinkwasser, das die Bevölkerung nicht erreicht, da viele Quellen sehr weit von den Dörfern entfernt liegen.
In den letzten vierzig Jahren gab es wiederholt Versprechen von Seiten der Regierung, sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, doch es wurde sehr wenig bis heute umgesetzt. Mittlerweile sind sich Stadt- und Landbevölkerung der Wichtigkeit von sauberem Trinkwasser bewusst.
Vor 2005
Die meisten Dorfbewohner von Sarangkot benötigten 2 bis 2.5 h um Wasser zu holen. Da Wasser für Tier und Mensch essentiell sind, mussten gewöhnlich mehrmals täglich Wasser geholt werden. Auch Kinder in der Schule litten unter dem Wassermangel. Sie konnten weder sich selbst, noch ihre Kleider waschen.
In der Vergangenheit starteten viele Initiativen und Nichtregierungsorganisationen kleinere Modellprojekte. Kunststoffrohre wurden durch den Wald verlegt, um das Dorf mit der Quelle zu verbinden. Die Wasserzufuhr ist regelmäßig unterbrochen. Das hat vielerlei Ursachen. Die Kombination aus starken Regenfällen und aufgeweichten Boden verursachen Erdrutsche, die die Rohre zerstören. Manchmal schneiden Dorfbewohner die Wasserrohre an, um so an Wasser zu kommen. 2002 war ein heftiger Waldbrand die Ursache, die die Plastikrohre zum schmelzen brachte.
Sarangkot hatte zuvor ein Wasserrückhaltebecken gebaut, doch als die Rohre zerstört waren, versuchten andere Dörfer sich die Quelle anzueignen.
2004 bat das Dorfgemeinschaftskomitee Quality of Life Nepal um Geld. Die Installation eines Wassertanks und 5 km Rohre (durch Wald und steiniges Bergland) würden mehr als 500 Familien in Sarangkot helfen.
Die Rohre würden diesmal aus Metall sein, um die zuvor mitgeteilten Probleme zu vermeiden.
QOLN übergab der Dorfbevölkerung den Auftrag zur Durchführung (die Kosten für Lohnarbeit reduzieren sich um 25%), damit sie in die Arbeit miteinbezogen werden würden und um sie mehr in die Verantwortung zu nehmen. Ohne den persönlichen Einsatz würde die Dorfbevölkerung die Instandhaltung der Rohre und der Wasserhähne vernachlässigen.
2005
Im Januar 2005 wurde das Wasserprojekt mit einem Budget von 17,000€ gestartet. Metallrohre wurden aus Indien importiert, Zement und Steine kamen aus Nepal.
Das gesamte Projekt, auf 5Monate geplant, dauerte letztendlich eineinhalb Jahre. Aufgrund der politischen Unruhen und Streiks musste sehr lange auf die Ausrüstung gewartet werden. Ein anderes Problem war, dass die Nachbardorf Kaskikot (Quellenstandort) ebenfalls Bedarf für Rohre und Wasserhähne anmeldete. QOLN entschied, eventuell auch diesem Dorf zu helfen, da Wasser jeder benötigt. QOLN fragte GCW deshalb um weitere 3000€ an, um auch Kaskikot unterstützen zu können.
2006
Das Wasserprojekt wurde am 4. Januar eingeweiht. Die Arbeit war noch nicht vollständig beendet, doch die öffentliche Feier fand statt, um die Mitarbeiter von GCW willkommen zu heißen.
Im Februar begannen wieder starke politische Unruhen. Viele Dorfbewohner machten sich, teils zu Fuß, auf den Weg nach Kathmandu, um gegen den König zu demonstrieren!
Weitere Probleme entstanden dadurch, dass die Dorfbewohner die Wasserhähne so nah wie möglich an ihrem Haus haben wollten und darüber in Streit gerieten.
Schlussendlich waren alle 9 Wasserhähne im Mai 2006 installiert. Ein Gutachter wurde ausgewählt, der regelmäßig die Rohre überprüft und bei Bedarf Reparaturen durchführen lässt.
Um die Quelle zu schützen und das Maximum an sauberem Trinkwasser zu erhalten, wurde ein kleiner Container gebaut. Denn die Kapazität der Quelle reicht leider nicht aus, um das ganze Jahr über 3000 Menschen mit Trinkwasser zu versorgen. Von Januar bis Mai ist Wasser nur für einige Stunden am Tag verfügbar.
2007-2008
Der Sommer 2007 war eine Katastrophe für das Wasserprojekt. Massive Regenfälle verursachten 50 Erdrutsche in der Bergregion Sarangkot, die 600 laufende Meter Rohre mitrissen. Es dauerte ein Jahr, bis QOLN motivierte Menschen zusammen hatte, die bereit waren das Wasserprojekt wieder zu reparieren. Vorher musste sich die Erde wieder stabilisiert haben, und weiteres Geld wurde benötigt.
2009
Die Belgischen Freunde John & May spendeten im Januar 6000 € um das Wasserprojekt wieder aufzubauen.
QOLN rief ein Komitee zusammen, das die Restaurierung ausschrieb und ein Agreement verfasste, in dem das Projekt bis Ende März zum Abschluss gebracht werden sollte.
Neun Menschen arbeiteten unter schwierigen Bedingungen, um die Rohre durch den Wald, über die Klippen und durch das Erdrutschgebiet zu bringen. Zum nepalesischen Neujahrsfest am14. April 2009 wird das Wasserprojekt wieder eingeweiht, und die Bevölkerung von Sarangkot wieder mit frischem Trinkwasser versorgen!
QOLN machte einen Fond, um das Projekt nachhaltig zu unterstützen und den Lohn eines Verantwortlichen zu bezahlen.
